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Biografie Horst Janssen(1929 - 1995) wuchs in Oldenburg bei seiner Mutter auf und hat seinen Vater nie kennen gelernt. Sein Großvater adoptierte ihn, und als dieser 1939 starb, adoptierte ihn das Vormundschaftsgericht. 1942 wurde Horst Janssen Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt in Haselünne, Emsland. Dort erkannte und förderte sein Zreichenlehrer Hans Wienhausen die künstlerische Begabung des Jungen. Ein Jahr später starb seine Mutter und im folgenden Jahr wurde Janssen von seiner Tante, der jüngeren Schwester seiner Mutter, adoptiert. 1945 zog er nach Hamburg und erlebte dort das Kriegsende. 1946 nahm Horst Janssen im Alter von 16 Jahren das Studium an der Landeskunstschule in Hamburg auf. Von Beginn an war er Meisterschüler von Alfred Mahlau. Bereits 1947 wurde eine Zeichnung von ihm in der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ veröffentlicht. Im Jahre 1948 veröffentlicht er sein erstes Buch: Das Kasperl-Buch „Seid ihr alle da?“. 1950 erscheint sein zweites Buch: „Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel“. Nun experimentiert er mit Holzschnittarbeiten, sein Vorbild ist hier Edvard Munch. Neben Tierdarstellungen dominiert in seinem Schaffen das Thema Mann und Frau. 1952 erhält er das Lichtwark-Stipendium Hamburg, etwa zeitgleich verlässt er unfreiwillig die Landeskunstschule. In den 1960er Jahren erfährt sein Werk erste größere Beachtung. Horst Janssen erhält 1964 den Kunstpreis der Stadt Darmstadt und 1965 den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg. Zudem findet im selben Jahr seine erste große Werkschau in der Kestner-Gesellschaft in Hannover statt. Eine angebotene Professur an der Landeskunstschule lehnt Janssen ab. Als weitere Auszeichnungen folgen der Große Preis der Biennale Venedig (1968) sowie der Schiller-Preis der Stadt Mannheim (1975) und die Biermann-Rathjen-Medaille der Stadt Hamburg (1978). 1992 verleiht ihm seine Heimatstadt Oldenburg die Ehrenbürgerwürde. Von New York bis Tokio hat Janssen in aller Welt ausgestellt. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde im Neubau der Hamburger Kunsthalle das Janssen-Kabinett eröffnet, im Jahr 2000 folgte das Janssen-Museum in Oldenburg. . Horst Janssen - Kunst als Leben Horst Janssens Werk ist in seiner zeichnerischen Genialität - der virtuosen Stimmigkeit der Linie - unübertroffen. Dies ist und war seit jeher unumstößliche Realität, wobei sich an der Person Janssens selbst die Geister scheiden. Sicher ist ferner, dass gerade das persönliche Erleben dieses in der Kunstgeschichte einmaligen Malers und Grafikers einen selten großen Einfluss auf das Oeuvre des Meisters hatte. Schließlich findet sich in skizzenhaften Darstellungen wie den z. T. intensiv genauen Porträts in Grafik und Unikat sein Leben wieder: seine Freunde, Familie und nicht zuletzt die zahlreichen Frauen, denen er ganze Zyklen widmet.
Michael Marius Marks |