- Horst Antes

- ARTHERB

- Elvira Bach

- Stephan Balkenhol

- Thomas Baumgärtel

- Christoph Bouet

- Bruno Bruni

- Christo & Jeanne-Claude

- Corneille

- Jörg Döring

- Kati Elm

- Kristina Fiand

- Klaus Fußmann

- David Gerstein

- Günter Grass

- Ernst Groß

- Carin Grudda

- Raimund Göbner

- Moritz Götze

- Ottmar Hörl

- Janosch

- Horst Janssen

- Ralph Kerstner

- Kunstkaufhaus Ost

- Volker Kühn

- Udo Lindenberg

- Andreas Lutherer

- Markus Lüpertz

- Heinz Mack

- mittenimwald

- Armin Mueller-Stahl

- Erik Offermann

- Otto Piene

- POP ART

- Mel Ramos

- James Rizzi

- Ren Rong

- Niki de Saint Phalle

- Salustiano

- Janos Schaab

- Helge Schneider

- Aleksey Stenin

- Paul Thierry

- Günther Uecker

- Van Ray

- Jutta Votteler

- Andy Warhol

- Raymond Waydelich

- Peter Wever

- weitere Künstler ...

 

Wissenswertes

Alt, Otmar:


Ich behaupte oftmals (wenn es um das dumme Argument geht "Kunst kommt von können...") Bild wird abgeleitet von Bildung. Otmar Alt aber sagt es wäre die Kunst, die vom Künden käme. So fühlt er sich eben auch berufen seine Arbeit einem breiten Publikum zugänglich zu machen, zu künden und verkünden, wobei er nicht nur mit den unterschiedlichsten künstlerischen Techniken experimentiert und arbeitet, sondern eben auch seine Kunst in den Alltag der Menschen transportiert, indem er beispielsweise eine Autoausstattung designt, Porzellan für Rosenthal verschönert, aber auchwohltätig Geld sammelt für ein israelisches Projekt Bäume in der Wüste zu pflanzen, indem er  einen Phantasievogel a la Otmar Alt zusammen mit der Firma Steiff zu kreiert. Fahren Sie von Dortmund nach Paderborn begegnen Ihnen an der Autobahn riesige, wunderschöne "Mahnmale" Otmar Altscher Kunst und das Corporate identety für den Allwetterzoo in Münster ist auch aus der Hand von Otmar Alt. Ein Künstler, wie aus dem Bilderbuch. Einem ganz farbigen...
mmm
  

FIAND, Kristina:

 
KRISTINA FIAND - Edekafrauen oder: Mutter Gepetto

 
Es gibt Dinge, die liebt man einfach. Man schaut sie an, und sie treffen voll ins Herz. Dieses Phänomen gibt es auch in der Kunst - bei mir gibt es so etwas, geschehen beim ersten Kontakt mit den Edekafrauen von Kristina Fiand, viele Jahre her.

Damals waren sie noch nicht so ausgefeilt, detailliert, eher archetypisch. Die Augen wie zwei Knöpflein, die Gesichtsflächen recht glatt und undifferenziert, aber bereits so, dass man sie sofort ins Herz  - die Kraft der zwei Herzen - schließen musste. Dazu diese tolle Geschichte:

Das Dorf im Knüll, in dem die Künstlerin Kristina Fiand lebt, hatte, als sie mit der Bildhauerei begann, noch einen blaugelben Edeka. Wie schön (... und inzwischen gar nicht mehr selbstverständlich). Er ist Austauschort dörflicher Kommunikation, Ziel der Kinder für ein sommerliches Eis, aber auch "erste Hilfe“ - Anlaufplatz, wenn das Backpulver für den Kuchen aus ist, die örtliche Zeitung zudem, denn man erfährt, wer nächtens gestorben ist, entbunden hat. Auch von den Eheproblemen der Familie Meyer weiß man zu berichten.

Die Frauen mit ihren unterschiedlichen Outfits, Frisuren und Gesichtsausdrücken haben die Künstlerin Kristina Fiand zutiefst gereizt, genauer hinzusehen. Kein Voyeurismus, vielmehr die Symbiose aus Lust am Unterschied und der Gemeinsamkeit ließ das Projekt "100 Edekafrauen“ entstehen. Mit klassischen Bildhauerwerkzeugen bearbeitet Kristina Fiand das Lindenholz, schließt natürliche "Hindernisse“ wie Äste und Risse mit ein und gibt jeder einzelnen Figur ein unverwechselbares Kolorit. Jede ein Unikat, mit eigenem Charakter. Die Zahl Hundert war schnell erreicht, aber der dörfliche Fundus, der an eine  Theaterbühne erinnern mag, noch lange nicht erschöpft.

Und darin liegt wohl der große Erfolg der Damen, die nun die Marke der 500  überschritten haben. In der Begrenzung auf einen Lindenblock, zwei Beine, die diesem Sockel fußlos erwachsen, zelebriert Fiand nicht endlos einen Stereotyp, wandelt vielmehr mit grenzenloser Phantasie, mit glucksender Freude an Formen, Farben, Details und Accessoires an fünfzig Höhenzentimetern Holz ein Thema immer wieder mit größter bildhauerischer Lust so ab, dass es nie spröde, nie langweilig wird. Dabei glänzt sie mit großartigen Kenntnissen in  Anatomie und Griffen in die kunsthistorische Kiste mit Momenten wie Stand- und Spielbein, ferner mit Zitaten in die reiche Welt der Werbung, des Productplacements, der Symbole, Piktogramme oder der Vielfalt von Werbelogos. Das Salz in der künstlerischen Finessesuppe Fiands - und dafür liebe ich diese hölzernen Unlebewesen besonders - ist die Ausgereiftheit der Gesichter. Mimik schlägt Gestik, die zwar auch besticht, bei weitem, und es ist die blanke Freude, so einer Gruppe "Edekas“ ins Antlitz (und anders kann man das zwischenzeitlich gar nicht nennen) zu sehen. Mit wenigen, dann wieder vielen Schnitten in die weiche Linde haucht Fiand ihren Damen Authentizität ein, so, als sollten sie - pinocchiogleich - zum Leben erwachen und losstapfen, wären sie nicht mit diesem vermaledeiten Holzblock verwachsen. Die Protagonistinnen des dörflichen Einkaufseldorados schmollen, lächeln, verführen, platzen vor Wut, sind in sich gekehrt, kaufsüchtig, realistisch, sehr realistisch, lebensfroh hie und -müde dort, sie sind voller Energie und erschöpft am Ende der Gruppe. Nix, was es nicht gäbe. Fast stadtgleich. Und das alles durch die Macht Fiands, unterschiedlich zu schöpfen - in diesem Fall mit dem Schnitzmesser Leben zu verteilen, ebenso unterschiedlich, wie wir als Menschen sind. Ein Schema, das nie schematisch ist, das die Künstlerin so liebevoll abarbeitet, dass es nie  Schwere transportiert, sondern die Leichtigkeit und Freude, die die Künstlerin vom ersten Blick auf den Laden bis zur letzten Schnitzbewegung und der "Schlussfirnis" beim Schminken der kleinen Kostbarkeit hinüberrettet.

Die Entwicklung von den ersten Knopfaugendamen mit winzigen Mündchen, (von denen ich, neben den vielen anderen, auch noch zwei in meiner Sammlung halte: Auch Galeristen sind nur Menschen, die der Versuchung nicht widerstehen können) zu den aktuellen Skulpturen zeigt die Könnerschaft, die Professionalität, mit der die Künstlerin ihre Beobachtungen im Werkstoff Holz festzuhalten vermag. Nicht nur die Kurse, die sie selber hält, sondern auch die, die sie nimmt, geben ihr die Sicherheit, Portraitaufträge anzunehmen, wohl wissend, dass der abgegebene Auftrag mit großer Zufriedenheit vom Portraitierten angenommen wird.

Bei all den hunderten "Edekas“ sind es  - neben den abweichenden Figuren wie dem Kind, das die Tüte behütet, dem Berner Sennenhund, der Dame im Rollstuhl oder der Älteren in Schwälmer Tracht (ganz im Stilbruch mit der Adidastüte) - gerade die "normalen" Frauen, die in ihrer Schlichtheit, die aber dennoch so individuell ist, unser Herz zu öffnen vermögen. Denn sie schaffen auch Platz für Assoziationen:  "Schau mal, die sieht aus wie Tante Erna" oder "Die guckt wie Oma"! Lachen und Freude darf Kunst zuweilen auch schenken. Hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken, zu staunen. So ist das Projekt "100 Edekafrauen“, das jetzt nur noch "Edekafrauen“ heißt, zu einem großen Erfolg geworden: Alle bisher gezeigten, so liebenswerten Skulpturen  haben ein neues Zuhause, fernab vom Edeka und Atelier, gefunden. Die, die Sie hier sehen, sind nur kurz zu haben, dann sind sie verschwunden. Verstehen kann man''''''''''''''''s!

Michael Marius Marks

  PROJEKT "MENSCHENSKINDER"


Der Film "Darwins Alptraum" von Hubert Sauper war ideenprägend für dieses Projekt. Das Schicksal der Fischerkinder in Tansania, die von ihren Familien verlassen werden, sich alleine durchschlagen müssen und ihre harte Realität im Drogenrausch vergessen, hinterlässt einem als Europäer einen bitteren Nachgeschmack und ein schlechtes Gewissen, das sich nicht ganz so schnell verdrängen lässt wie die Anfragen von Hilfsinitiativen, die regelmäßig in meinem Briefkasten landen.
Kinder als schwächstes Glied einer Gesellschaft leiden unmittelbar an den Folgen des Klimawandels, Umweltproblemen, politischen und religiösen Missständen, ohne sie selbst verursacht zu haben.??
Als Quelle für die ersten Bildvorlagen dienten das Internet und Bücher. Inzwischen ergeben sich auch konkrete Verknüpfungen zu realen Projekten, die wir gerne unterstützen möchten. 200 Euro jeder verkauften Tafel fließen als Spende auf das Konto einer Hilfsorganisation, die auf der Rückseite der Arbeit vermerkt ist.

 

PROJEKT „EDEKAFRAUEN“ 2008


Das Dorf im Knüll, in dem die Künstlerin Kristina Fiand mit ihrem Ehemann Ernst Gross lebt, hatte noch bis vor Kurzem einen blaugelben Edeka. Er war Austauschort dörflicher Kommunikation, Ziel der Kinder für ein sommerliches Eis, aber auch "erste Hilfe" - Anlaufplatz, wenn das Backpulver für den Kuchen aus ist. Die örtliche Zeitung zudem, denn man erfährt, wer nächtens gestorben ist, entbunden hat. Auch von den Eheproblemen der Familie Meyer weiß man zu berichten. Die Frauen mit ihren unterschiedlichen Outfits, Frisuren und Gesichtsausdrücken haben die Künstlerin zutiefst gereizt, genauer hinzusehen. Kein Voyeurismus, vielmehr die Lust am Unterschied und der Gemeinsamkeit ließ das Projekt mit zunächst 100 Edekafrauen entstehen. Mit klassischen Bildhauerwerkzeugen bearbeitet sie das Lindenholz, schließt natürliche "Hindernisse" wie Äste und Risse mit ein und gibt jeder einzelnen Figur ein unverwechselbares Kolorit. Jedes der mittlerweile über 400 (s. o. 500) Unikate an der Zahl hat seinen (?) eigenen Charakter! So ist das Projekt zu einem großen Erfolg geworden. Vorsicht: Ähnlichkeiten mit realen Personen sind beabsichtigt!
Konsequent entwickelt Kristina Fiand ihre Idee Portrait - wie schon durch die Skulpturen der Edeka- frauen bekannt - weiter. In enger Zusammenarbeit mit ihrem Mann, dem Bildhauer Ernst Gross, entstanden nun die Männer, die es geschafft haben: "Fein Raus" heißen sie. Sie tragen zum Teil, wie als Beweis, die feinen Anzüge, stellvertretend für ein Business, mithilfe dessen sie so erfolgreich wurden, dass sie sich ein Haus, ein Boot, ein … auf Mallorca leisten konnten. Zum Teil sind sie auch schon lässiger gekleidet und halten Attribute ihres Schaffens, ihres Strebens in den Armen.

Götze, Moritz:

Moritz Götze - Komponist

Optisch in eine Bildwelt Moritz Götzes einzudringen, heißt einen neuen Kosmos zu entdecken. Man begegnet dort Parallelwelten, die die diesseitige Welt darzustellen, paraphrasieren oder zu interpretieren zu scheinen. Letztendlich aber wird der Künstler zum Schöpfer einer eigenen Realität, mit eigenen Gesetzen und Wahrheiten.
Kunst schaffen heißt schlussendlich immer einen Status Quo zu analysieren, interpretieren und in der Darstellung auf einen subjektiven Nenner zu bringen. Bei dem 1964 geborenen Götze hat diese Schlussessenz allerdings die Kraft einer völlig eigenen Bildgattungsidentität gewonnen, die ihn und sein Oevre so markant, wiedererkennbar und sammelwürdig machen.
Es ist, als ob man zufällig auf ein Loch in der Atmosphäre stieße und beim Hineinschauen Zeuge einer bereits ablaufenden Geschichte würde.
Diese Geschichte hat -egal, wann ich schaue- immer begonnen und an dem Punkt, in dem ich als Betrachter hinzustoße, ist meine individuelle Einschätzung der Situation gefragt, die für den Ausgang dieser wunderbaren Story immer nebensächlich ist. So werde ich Zeuge einer wahren Flut an Dingen, Menschen und Ornamenten, die der Künstler heldenhaft jonglierend herumwirbelt und als Garn zum Stricken seiner Geschichten nutzt. Reich an Accessoires, Zitaten und Materialcollagen bedient sich Götze -wie einem Selbstbedienungsladen der Kunst- frei an allem, was zugänglich ist. Wie Picasso, der seinen "objekt trouves" Dinge nahm, betrachtete und zu Kunst umfunktionierte,  zelebriert Götze dieses Durcheinander an Farben, Formen, Materialien, aber auf seine ganz eigene, typische Art und bringt Dinge zusammen, deren Schnittmenge zuvor jeder andere bestritten hätte. Seine Protagonisten sind immer aus einem Strich, markante Wesen, die heldenhaft, meist schweigend durch die Farbmeere und Formberge schreiten, agieren oder einfach nur beobachten.
Auch Worte, Schriftzeichen adoptiert er in seine Bildfamilien hinein, oft das Geschehen erklärend, manchmal fragend. Häufig aber nur zu einer Feststellung dienend.  Eine frühe Emaille, die ich erwarb, zeigt ein Bild auf einer Palette inmitten des goldenen Schnittes mit der Aufschrift: "Schön". Sicher ist der Arbeit mehr an Interpretation und Inhalt zuzuweisen. Vielleicht ist aber "schön" auch einfach ausreichend. Schön.
Einmal Jäger und Sammler, knöpft sich der Künstler auch unverholen in seiner Motivwahl Kunsthistorisches, wie Kulturgeschichtliches vor. So, dass es eine Freude ist. Die Dame im modernen Kleid als crossover mit dem Rokoko konfrontiert, ist sicherlich charmanter als ein Luftduell verschiedener Kampfflugzeuge im Rokokohimmel, aber mindest ebenso spannend. Beim Abschuss einer Maschine in der Tragik vielleicht noch fesselnder.
Hoch leben die Künstler, die wider aller Erwartung das tun, was sie wollen, nicht, was von Ihnen erwartet wird.  Der horror vacui in der Darstellung A wird bei Götze lange nicht zur Tradition und somit Langweile in Bild B. Weil es sich eben um ein ganz anderes Bild handelt. Und warum soll ein Emailleschild ausschliesslich der Werbung dienen, wenn es sich bestens als Malgrund eignet und in der Steigerung dieser künstlerischen Konsequenz sogar noch als fiktives Werbebanner zwischen Hommage und Persiflage zu einem eigenen Genre wird. Ich wünschte mir mehr solcher Künstler, die kreiieren, schaffen, schöpfen. Mit Mut, Geist und Kreativität, Schranken von Verhaltensregeln niederreißend, die vielleicht für uns Normalmenschen gelten mögen. Nie aber für Künstler
 
mmm

Janssen, Horst:

Horst Janssens Werk ist in seiner zeichnerischen Genialität -der virtuosen Stimmigkeit der Linie- unübertroffen.
Dies ist und war seit jeher unumstößliche Realität, wobei sich an der Person Janssens selbst die Geister scheiden. Sicher ist ferner, daß gerade die Persönlichkeit dieses in der Kunstgeschichte einmaligen Malers und Grafikers einen selten großen Einfluß auf das Oevre des Meisters hatte, schließlich fanden sich in skizzenhaften Darstellungen,wie den z.T. intensiv genauen Portraits in Grafik, wie dem Unikat sein Leben wieder, seine Freunde, Familie und nicht zuletzt die zahlreichen Frauen, denen er ganze Zyklen widmete.
Mit seiner ganzen Kraft, seinem ganzen Sein und seiner ganzen künstlerischen Großartigkeit, widmete sich Janssen dem gerade dazustellenden Sujet und verlieh im neben einer großen naturalistischen Wiedererkennung, Tiefe, Psyche und höchstmögliche Individualität. Es ist, als ob man durch das Linarmuster der Darstellung tief in die abgebildete Person einzudringen vermag und sich wie in einem dreidimensionalen Körper umschauen kann.
Scharfsinnig, intim, kraftvoll, genial, voller Verletzlich-, Ehrlichkeit und Offenheit sind seine Themen, die er bis ins Detaille zelebriert, wie ein Chirurg seziert, wie ein Wissenschaftler mikroskopiert und einem Zauberer gleich mit Leben einhaucht und auf den Bildträger bannt. Als gäbe es nur diese eine Art darzustellen. Kein Thema wird zum Tabu.
Im Gegenteil, der Tod, der Eros und die Liebe treiben hie und da ein böses und gleichsam lustvolles Spiel miteinander. Diese  "menage a trois" wird zum Sinnbild des Lebens, indem sich Bereiche dessen verbinden und in gnadenloser Detailleverliebtheit verschmelzen.
Ebenfalls in der Selbstreflektion, der scheinbar schier endlosen Abfolge Janssen''''''''scher Selbstportraits, geht er bis an Grenzen, z.T. darüber hinaus. Gibt völlig indiskret Selbstauskunft, tiefer als eigenes Leiden, reflektiv. Wundmale mit dennoch geradem Blick. Aug in Aug mit dem Betrachter hält er dem Kontakt  stand, stellt er sich:
Ich bin Janssen.
Wer in der Reihung großer Portraitmaler Janssen nicht aufzählt, hat Kunstgeschichte nicht verstanden.
All dies sind Argumente warum das Werk Horst Janssens weltweit ausgestellt wurde, USA, Japan, Skandinavien, die Stationen bedürfen einer langen Liste.
Und warum er für einen Künstler recht früh zu Bekanntheit gelangte,denn  bereits 1947- ein Jahr nach Studienbeginn- publizierte "Die Zeit" eine Abbildung von ihm. 
Ein eigenes Museum steht in Oldenburg. Dort ist Ehrenbürger. Eine Professur wollte er hingegen nie antreten.Warum auch immer
Michael Marius Marks
 


 

Spirale 2010 von Günther Uecker:

 

Im Jahr des 8o. Geburtstag des international renommierten Zero Künstlers Günther Uecker ist eine Prägegrafik erschienen, die in ihrer Art und im Ausmaß einmalig ist. Als Titel trägt die Arbeit "Spirale 2010"
Zwar beschäftigt sich der am 13.3.1930 geborene Uecker bereits zuvor bereits häufiger mit dem Thema Spirale. Der Verlauf des Nagelreliefs in Kombination mit den größten Maßen , die Uecker je in einem grafischen Werk umsetzte, machen diese Arbeit aber zu einem einmaligen künstlerischen Ereignis.
Die Spirale, die häufig auch in der Geometrie mit der Schraube verwechselt wird (diese aber im Gegensatz zur Spirale zwingend ein räumliches Gebilde ist) interessiert Uecker nicht zuletzt in der Tradition des Zen, dem der Künstler nahesteht.
Dabei handelt es sich um eine japanischen Strömung des Buddhismus. Ausgehend von der Theorie, dass man anderen nur dann helfen kann, wenn man sich selber befreit hat, trägt Zen auch einen wesentlichen Anteil in der Konzentration in die Mitte, oftmals mit Hilfe der Meditation.
Die Spirale, in ihrer gleichmäßigen, ruhigen Kraft, die sowohl nach innen, wie aussen leitet, trägt in diesem Sinn eine starke Symbolkraft, die Uecker fasziniert und gleichermaßen aufgreift. Sowohl in der Kunstgeschichte (siehe das Land Art Kunstwerk von Robert Smithson "spiral jetty", das 1970 in der Wüste von Utah entstand, als auch in der Natur (Schnecke) sind Spiralen bekannte Erscheinungsformen.
Auch in der Umsetzung ist die "Spirale 2010", sowohl im Sinne von Zen, als auch unter künstlerischen Gesichtspunkten nur mehr als gelungen.
In der gleichmässigen Umrandung der Spirale vom dicken Bütten, als auch der konsequenten
Nutzung des quadratischen Formates, sind alle formalästhetischen Gesichtspunkte erreicht. Das dicke, fast starre, schwere Papier ist durch die Qualität in Kombination mit der Feuchtigkeit beim Prägevorgang extrem gewellt. Ein Phänomen, welches der Fachmann mit "das Blatt tanzt" bezeichnet.
Die großen, voluminösen zum Teil in der Länge variierenden Nägel tragen in ihrer Präsenz zur immensen Ausstrahlung der Arbeit bei.
Mit welcher Wucht, Kraft und dennoch unglaublichen Präzision der 80 jährige Künstler das Metall ins Holz getrieben haben muß, um es dann umzuschlagen, um die Druckvorlage für die Blindprägung erstellen zu können, die dann den seriellen Abzug von neunzig gleichen Prints möglich macht, ist sich in der Phatasie des Vorstellenden kaum auszumalen.  Kein Wunder also, daß die 90 Exemplare beim Verleger vor Erscheinen der Grafik bereits vergriffen waren.
Michael Marius Marks
 

Udo-Lindenberg-Briefmarken:

 LINDENBERG BRIEFMARKEN AM 1.7.2010 ERSCHIENEN

Es gleicht fast schon einer Sensation: Die Deutsche Bundespost präsentiert zwei neue Briefmarken von Udo Lindenberg. Damit setzt man eine Hommage an einen großen Künstler, der sowohl in der Musik, wie in der Malerei Meilensteine gesetzt hat. Ferner ist dies nach den vier 55ct Briefmarkenmotiven  von James Rizzi der zweite Künstler aus dem Portfolio der Galerie am Dom, dem diese Ehre zuteil wurde, nun Millionen kleiner Kunstwerke durch die Lande zu verschicken.

Lindenberg, der ein riesiges comeback mit der CD "Stark wie zwei" hatte, tourte vor zwei Jahren durch ausverkaufte Konzerthallen, war in aller Munde. Dieses Jahr das Projekt "Rockliner", Udo fuhr auf einem großen Schiff, gab Konzerte und bot seine wunderbaren Likörelle feil. Die zwei Touren, die eine mit Nina Hagen, die andere mit Adel Tawil von " Ich & Ich " waren in Nullkommanix ausverkauft.

Aber was ist ein Likörell, werden Sie fragen. Udo liebt das doppeldeutige, das Spiel mit dem Wort,der deutschen Sprache. Das brachte ihm dieses Jahr -absolut verdient- den Grimme Preis ein . Wohl so. Das Wort Likörell also , ist ein Wortspiel aus Likör und Aquarell und lässt uns schnell darauf kommen, dass Udo das Aqua wegliess und stattdessen den Likör ins Spiel brachte. Ein bekannter Amsterdamer Likörhersteller, der mit "B" anfängt und mit "ols" aufhört,  freute sich darüber, dass Udo die Leckereien nicht nur mundeten, sondern auch Einzug auf Aquarellpapier und Leinwand hielten.

Glatt wurde auch ein Buch gesponsert: Das Lindenwerk.

Ausstellungen, auch an prominenten Orten, wie dem Haus der Geschichte, aber auch in Galerien, wie unserem Haus in Frankfurt folgten und präsentierten Udo Lindenberg als Maler, der das, was er in seinen Songs zum besten gibt auch illustratorisch auf Leinwand bannt. Typisch für diese Likörelle, die inzwischen auch von Acryl Unterstützung finden, um mehr Farbkraft zu erreichen, ist, daß der Künstler selber immer wieder die Bildwelt bevölkert. Ganz typisch mit Adjutantenjacke, Panikhut & Sonnnebrille. Meist mit unförmiger (sic!) Zigarette und mit einem Glas Likör, bester Provenienz anstossend. Cheers. Diese Bilder sind nicht nur autobiografisch. Sie sind brilliant, voller Lebensfreude. Ein Lindenstück. Original aus der Hand des Meisters.
Die zwei neuen Briefmarken sind Zitate seiner größten Erfolge: Für nur 45 ct. bekommen wir wirklich die Andrea Doria, das Schiff, heute sein Rockliner mit Udo an Bord, der uns zuprostet. Der Sonderzug nach Pankow mit Udo als Lockführer, als 55ct Version. Bunt, fröhlich und typisch für die Malerei des Künstlers. Dazu verwöhnt uns die Post noch mit zwei unterschiedlichen Postpaketen im Dekor a la Lindenberg. Man sieht, es ist die große Zeit des Panikrockers, dem soviele Ehre zuteil wird. Und mit dem Projekt Deutsche Bundespost ist kein Ende in Sicht: Es ist ein Musical in Planung. Thema: Udo Lindenberg. Was sonst? Don''''t panic. Oder wie er wortspielerisch zum Autor zu sagen pflegt:

Marks, keep cool, wir lassen die Engels fliegen…

Michael Marius Marks

 

Arbeiten von Udo Lindenberg finden Sie unter:
 www.galerie-am-dom.de